Designelement des LJR

Eigenständiges EU-Jugendprogramm beibehalten

Der Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern unterstützt Forderungen des Deutschen Bundesjugendrings

Die EU-Kommission hat am 23. November 2011 einen Vorschlag für ein neues Programm für die Bereiche allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport vorgelegt. Darin werden die bisherigen Programme Lebenslanges Lernen (Erasmus, Leonardo, Comenius und Grundtvig), JUGEND IN AKTION sowie internationale Kooperationsprogramme aus dem Bil-dungsbereich zu einem einheitlichen Programm, genannt „Erasmus für alle“, zusammengeführt. Hauptargumente: Mehr Geld, kein Patchwork mehr, zentral gesteuert. Die von der Kommission mit dem neuen Programm angestrebte Förderung von Bildung und Ausbildung zielt sehr deutlich auf den Nutzen für Arbeit und Beschäftigung.

Der Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern spricht sich klar und deutlich für die Bei-behaltung eines eigenständigen EU-Jugendprogramms (derzeit JUGEND IN AKTION) aus. Dessen Kürzung oder gar Auflösung würde nicht zuletzt zu einem Glaubwürdigkeitsverlust des politischen Handelns der EU bei ihrer zentralen Zielgruppe Jugend führen. Da die eigent-liche Forderung nach einem eigenständigen EU-Jugendprogramm derzeit laut BMFSFJ nicht die notwendige Mehrheit der Mitgliedstaaten findet, wird alternativ eine „Kapitellösung“ gefordert. Um die Eigenständigkeit von Jugendpolitik in der EU zu garantieren, ist auch aus Sicht des Landesjugendrings ein eigenes Kapitel „Jugend“ im Rechtstext als Minimallösung zwingend erforderlich. Darüber hinaus sollten sektor- und zielgruppenspezifische Programmteile (Schule, Berufsbildung, Hochschulbildung, Erwachsenenbildung) vorgesehen werden.

Der Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern stellt fest:

  • Die Sichtbarkeit von Jugendpolitik, Jugendarbeit und nicht-formaler Bildung muss erhalten bleiben.
  • Ein eigenes Jugendkapitel als Minimallösung ist in das Programm aufzunehmen.
  • Die EU sollte ein Programm für alle Jugendlichen beschließen und nicht einseitig den Hochschulbereich fördern.
  • Eine der politischen Zielsetzung des Programms sollte sein, Jugendliche am demokratischen Leben in Europa zu beteiligen.
  • Eine dezentrale und nutzerorientierte Verwaltung hat sich bewährt und ist weiter notwendig.
  • Jugendaustausche und -begegnungen und transnationale Aktivitäten sollten ausgebaut und angemessen gefördert werden.
  • Die Finanzierung von nichtstaatlichen Jugendstrukturen auf europäischer Ebene sollte sichergestellt werden.

(Beschluss des 117. Hauptausschusses vom 26. März 2012.)


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