Designelement des LJR

Willkommen in Mecklenburg-Vorpommern! – Unsere Verantwortung für Asylsuchende und Flüchtlinge

Das Leben im 21. Jahrhundert ist weltweit starken Spannungen und Verwerfungen ausgesetzt. Als Vertreterinnen und Vertreter der Jugendarbeit in Mecklenburg-Vorpommern sehen wir die Not, das Leid und die verzweifelten Versuche auch vieler junger Menschen, eine Perspektive zu erlangen für ein Leben in Frieden und eine menschenwürdige Zukunft.

Die Schicksale der vielen Schutzsuchenden, besonders der Kinder und Jugendlichen die zu uns kommen, bewegen uns in der Jugendarbeit. Wir wollen einen Beitrag leisten, junge Flüchtlinge bei uns willkommen zu heißen und sie mit den Stärken und Kompetenzen der Jugendarbeit bestmöglich unterstützen. Jugendarbeit kann jungen Flüchtlingen helfen – schnell und professionell, mit außerschulischen Bildungsangeboten, z. B. bei der Überwindung der Sprachbarrieren in Freizeitmaßnahmen.

Jugendarbeit in Mecklenburg-Vorpommern ist bunt und engagiert sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Wir akzeptieren es nicht, dass Menschen diffamiert werden, die in Deutschland und Europa leben, die unsere Gesellschaft mitgestalten und auch in der Jugendarbeit mitwirken. Als Teil der Zivilgesellschaft sind zurzeit viele Jugendverbände aktiv, um Flüchtlingen zu helfen. Jugendverbände beteiligen sich zum Beispiel an lokalen Bündnissen gegen Fremdenfeindlichkeit, die von Pegida und deren Mitläufern propagiert wird. Sie engagieren sich öffentlich für eine solidarische, tolerante und friedliche Gesellschaft und zeigen, welche Werte die Jugendarbeit in Mecklenburg-Vorpommern vereint und wofür sie sich stark macht.

Unter dem Motto „Flüchtlinge werden Freunde“ setzt der Landesjugendring in diesem Jahr einen jugendpolitischen Schwerpunkt. Um den Zugang von jungen Flüchtlingen zu den Angeboten der Jugendverbandsarbeit zu erleichtern und die Mitglieder des Landesjugendrings auf diese neuen Herausforderungen vorzubereiten, bedarf es Unterstützung. Die Lebensrealität junger Flüchtlinge unterscheidet sich in der Regel stark von den ohne Fluchterfahrung in Deutschland aufgewachsenen Kindern und Jugendlichen. Dies muss von den Jugendverbänden erkannt und anerkannt werden. Die Jugendverbände müssen vor diesem Hintergrund dabei unterstützt werden, ihre verbandliche Praxis zu reflektieren, ausgrenzende Mechanismen aufzudecken und zu bearbeiten. Im Rahmen dieses jugendpolitischen Schwerpunktes erarbeiten die Jugendverbände, gemeinsam mit dem Landesjugendring, Ideen und Handlungsansätze um den Zugang zu Informationen und Veranstaltungen für junge Flüchtlinge herzustellen und oder zu erleichtern.

Gleichzeitig plädiert der Landesjugendring für eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung und wir sprechen uns für eine grundlegende Neuausrichtung der Migrations-, Integration- und Asylpolitik – weg von einer Abwehrpolitik hin, zu einer Willkommenskultur – aus. Hierzu fordern wir:

  • den sofortigen Stopp der Abschiebungen insbesondere von Kindern und Jugendlichen und deren Familien, weil dadurch das Wohlergehen der Kinder gefährdet ist;
  • dass junge Flüchtlinge eine Berufsausbildung absolvieren dürfen und in dieser Zeit ein Bleiberecht erhalten;
  • gleichberechtigten Zugang zu allen schulischen und außerschulischen Bildungsaktivitäten zu schaffen.


Beschluss der 27. Vollversammlung des Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e. V.  am 18. April 2015