Wie und wo erhalte ich eine Freistellung?

Freistellung für ehrenamtliche Jugendarbeit

Die Jugendarbeit in Mecklenburg-Vorpommern wird von vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen. Ohne ihre engagierte Mitarbeit wären die vielfältigen Aktivitäten und Aktionen von Jugendverbänden, -vereinen und -initiativen in der Kinder- und Jugendarbeit nicht leistbar. Außerdem schafft ehrenamtliche Mitarbeit sozialen Zusammenhalt und stärkt damit das Bewußtsein für Gemeinschaft in unserer Gesellschaft.

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen aus allen Bereichen der Gesellschaft. Im Alltag geht der überwiegende Teil der Ehrenamtlichen einer ganz normalen Berufstätigkeit oder Ausbildung nach. Berufstätige Ehrenamtliche stellen in der Regel ihre Freizeit für die Jugendarbeit in ihren Verbänden und Organisationen zur Verfügung. Ein gesetzlicher Anspruch auf Freistellung von der Arbeit besteht in Mecklenburg-Vorpommern seit 1998.

Die Freistellung Ehrenamtlicher ist in Mecklenburg-Vorpommern geregelt im Kinder- und Jugendförderungsgesetz vom 7. Juli 1997 und der Freistellungsverordnung vom 27. Januar 1998. Danach haben ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Anspruch auf fünf Tage Freistellung im Jahr. Diese Freistellung ist gedacht für Ehrenamtliche, die als Leiter oder Betreuer von Ferienlagern, Jugendfreizeiten, internationalen Jugendbegegnungen und Kinderbetreuung bei Familienfreizeiten eingespannt sind oder an Seminaren der Jugendbildung und an Aus- und Fortbildungslehrgängen zum Jugendgruppenleiter teilnehmen. Ohne die Möglichkeit der Freistellung wäre es vielen nicht möglich, für ihre Verbände oder Vereine ehrenamtlich tätig zu werden.

Wir bitten alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für eine ehrenamtliche Tätigkeit in der Jugendarbeit freizustellen. Seit 1998 ist dieses auch möglich, ohne daß es dabei für eine der beiden Seiten zu finanziellen Einbußen kommt.

Auf Antrag an das Landesjugendamt durch den Arbeitgeber wird das Arbeitsentgelt einschließlich der Sozialleistungen des Arbeitgebers für den Freistellungszeitraum erstattet. Bestehen andere betriebliche, tarifliche oder vertragliche Regelungen zur Freistellung, besteht kein Anspruch auf Erstattung.

Nähere Informationen über die Freistellung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Erstattung des Verdienstausfalles erteilen das Kultusministerium, das Landesjugendamt, die zuständigen Stadt- und Kreisjugendämter, der Landesjugendring und die Stadt- und Kreisjugendringe. Dort sind auch die entsprechenden Formulare zu erhalten.

Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Goethestr. 73
19053 Schwerin
Tel. 0385 76076-11 (Friedhelm Heibrock)
Fax  0385 76076-20
E-Mail: info@ljrmv.de

Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung Jugend und Familie/Landesjugendamt
PF 11 02 51
17042 Neubrandenburg
Tel. 0395 380-3301
Fax  0395 380-3302
Email: poststelle.lja@lagus.mv-regierung.de


Wie wird Verdienstausfall erstattet ?

1. Zweck
Ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Jugendarbeit, die beabsichtigen,

  • an einer Grundausbildung zur Erlangung eines Ausweises bzw. einer Jugendleiter/in-Card für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
  • einer Fortbildungsveranstaltung zur Verlängerung der Gültigkeitsdauer des Ausweises,
  • der Leitung und Begleitung von Ferienlagern, Jugendfreizeiten, internationalen Jugendbegegnungen oder Kinderbetreuung bei Familienfreizeiten

teilzunehmen, haben auf Antrag gemäß § 8 Kinder- und Jugendförderungsgesetz (KJfG) Anspruch auf Freistellung von der Arbeit bis zu 5 Tagen im Kalenderjahr. Der Anspruch auf Freistellung ist nicht auf das nächste Jahr übertragbar.

2. Antragsverfahren
Spätestens sechs Wochen vor einer solchen Maßnahme muß der ehrenamtlich Tätige einen Antrag bei der Arbeitgeberin oder dem Arbeitgeber gemäß § 8 KJfG stellen. Auf dem Antragsformular bestätigt der Maßnahmeträger die geplante Teilnahme des ehrenamtlich Tätigen.

Der Arbeitgeber muss die Entscheidung über den Freistellungsantrag dem Antragsteller spätestens zwei Wochen vor dem geplanten Maßnahmebeginn schriftlich mitteilen. Eine Ablehnung aus dringenden betrieblichen Gründen ist schriftlich zu begründen.

3. Antrag und Erstattung des Verdienstausfalls
Das Land erstattet im Rahmen der zur Verfügung stehenden Landesmittel den durch die Inanspruchnahme der Freistellung entstandenen Verdienstausfall einschließlich des Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung.

Bei einer genehmigten Freistellung beantragt der Arbeitgeber beim Landesjugendamt auf einem Formblatt die Arbeitsentgelterstattung für den Freistellungszeitraum. Das Arbeitsentgelt und die Sozialleistungen werden berechnet auf der Grundlage der vertraglich, tariflich oder gesetzlich festgelegten üblichen Wochenarbeitszeit des ehrenamtlich Tätigen.

Erhält der Ehrenamtliche eine Vergütung für die ehrenamtliche Tätigkeit, ist diese bei der Arbeitsentgeltzahlung anzurechnen.

Das Landesjugendamt entscheidet schriftlich vor Beginn der Maßnahme über die Arbeitsentgelterstattung und teilt dies dem Arbeitgeber mit.

4. Teilnahmenachweis
Der Träger der Maßnahme bestätigt gegenüber dem Landesjugendamt die Durchführung der Maßnahme und die Teilnahme des ehrenamtlich Tätigen. Dies erfolgt bis spätestens 4 Wochen nach erfolgter Freistellung.

5. Zahlung des Erstattungsbetrages
Die Erstattung des Gesamtbetrages erfolgt bei Fortzahlung der Bezüge grundsätzlich an den Arbeitgeber nach Beendigung der Maßnahme und nach Bestätigung der Teilnahme durch den Träger.

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Anträge und Formulare (derzeit nicht beim LAGUS online):