Designelement des LJR

Juleica in Mecklenburg-Vorpommern

Der Landesjugendring M-V ist seit der Einführung der Juleica für deren fachliche Begleitung, Beantragung sowie die Umsetzung der Vereinbarung zuständig. Diese Landeszentralstellenfunktion ermöglicht das Darstellen von Zahlenmaterial sowie deren Bewertung. Mecklenburg-Vorpommern befand sich im Bundesvergleich im September 2008 bezogen auf 1.000.000 der 15- bis unter 45-jährigen Bevölkerung am 31.12.2007 an siebter Stelle [1] bei den ausgestellten gültigen Cards. Bayern und Nordrhein-Westfalen lagen hinter M-V.  

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Derzeit gibt es 1.562 [2] gültige Juleicas im Land. Leider ist für Mecklenburg-Vorpommern festzustellen, dass die Zahl der ausgestellten Juleicas kontinuierlich rückläufig ist. 2006 endete die Ehrenamtskampagne „99+x“ des Landesjugendrings M-V e.V., die sehr viel für die Anerkennungskultur des jungen Ehrenamtes tat. Während dieser dreijährigen Kampagne wurde der Bekanntheitsgrad der Juleica ebenfalls erhöht. Neue Juleica-Inhaber/-innen wurden z. B. mit einem Starterpakt begrüßt und es fand ein landesweiter Juleica-Fachtag statt. Das kann ein Grund dafür sein, dass 2006 die bisher meisten Cards – 730 Juleica – ausgestellt wurden. In den nächsten Jahren sank diese Zahl auf 527 ausgestellte Cards im Jahr 2009. Es ist zu überlegen, ob die Schwankungen auf die Gültigkeit der Card (3 Jahre) zurückgeführt werden können.

Ein Verband wird entsprechend des Bedarfes ausbilden. Damit müssen Grundausbildungen nicht jährlich stattfinden. Außerdem wurden 39 Prozent der am 30. September 2008 [3] gültigen Cards an unter 20-jährige ausgegeben. Jugendverbände erreichen ihre künftigen Mitglieder oftmals das erste Mal schon als Kinder. Schritt für Schritt werden sie zum aktiven Mitglied aufgebaut und ausgebildet. Dann erfolgt im Alter von 15 Jahren die Beantragung der Juleica und mit dem Auslaufen der Gültigkeit der Karte im Alter von 18 Jahren nehmen die Mädchen und Jungen oft an einem anderen Ort ein Studium oder eine Ausbildung auf. Die Motivation, dann noch die Gültigkeit der Card zu verlängern ist oft nicht vorhanden. Die Karten laufen aus, die Aktiven sind weg, der Verband hat nach vielleicht 2 bis 3 Jahren neue Mitglieder zur Juleica hingeführt und damit steigen auch die Zahlen der ausgestellten Cards wieder an. Oder ist es einfach so, dass die Card vielen Inhabern persönlich und für ihre ehrenamtliche Arbeit nichts bringt? Niemand verlangt die Karte zu sehen, es gibt keine wirklich attraktiven Vergünstigungen, das ehrenamtliche Engagement wird in der Ausbildung oder beim Studium nicht angerechnet? Und ob eine Erwähnung der Juleica in den Bewerbungsunterlagen von Vorteil ist, ist den Karten Inhaber/-innen auch unklar.    

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Wie bewertet Mecklenburg-Vorpommern nun dieses Zahlenmaterial? Ist es der Lauf der Dinge, dass es Schwankungen gibt oder sanken die Zahlen, da das Thema Juleica kein öffentlich vorhandenes Thema war oder ist die Card einfach nicht attraktiv genug, um sie besitzen zu wollen? Im regionalen Vergleich gibt es große Unterschiede. Der Landkreis Uecker-Randow hat derzeit 126 gültige Juleica, wobei es in Neubrandenburg nur 39 Cards gibt.    

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Ehrenamtlich Engagierte liegen uns am Herzen 

Im Landesjugendring M-V wurde 2009 eine Diskussion zur Förderung und Qualifizierung ehrenamtlich Engagierter begonnen. Unter Federführung des Landesjugendringes gründete sich aus Vertretern von Mitgliedsorganisationen eine Arbeitsgruppe, die sich der Juleica als wichtiges Instrument der Qualitätssicherung der ehrenamtlichen Kinder- und Jugendarbeit widmet. Die Verständigung unter anderem zu Themenschwerpunkten, Ausbildungsplänen, Kooperationsmöglichkeiten und Referentenqualifizierung soll nicht nur zur Weiterentwicklung der Card in Mecklenburg-Vorpommern beitragen, sondern bundesweit beachtete und verbandsübergreifende Qualitätsstandards setzen. Die Überarbeitung der Landesempfehlungen entsprechend den bundesweiten Standards ebenso wie der Fachtag "Gewinnung von Freiwilligen und die Qualität im Freiwilligenengagement" im März diesen Jahres waren und sind erste Meilensteine auf dem Weg. 

Für neue Ausbilder/-innen sind nicht nur die erarbeiteten Ausbildungsempfehlungen von Bedeutung, sondern ebenso deren methodische Umsetzung.  Deshalb sind die nächsten Ziele der Arbeitsgruppe, sich über bewährte Methoden zu verständigen und ein Seminar für Juleica-Referenten/-innen (oder -Ausbilder/-innen) anzubieten getreu dem Motto „Train the Trainer“. Langfristig soll daraus ein Pool an qualifizierten Referenten/-innen im Landesjugendring entstehen. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist die öffentliche Wahrnehmung der Juleica und deren gesellschaftliche Bedeutung als Instrument zur Nachwuchsförderung in der ehrenamtlichen Kinder- und Jugendarbeit. Dies zu verbessern ist ein weiteres ehrgeiziges und langfristiges Ziel der Arbeitsgruppe des Landesjugendringes M-V.

Der Dank für das Engagement der Mitgliedsorganisationen in der Arbeitsgruppe geht an:

  • das Landesjugendwerk der AWO
  • die Arbeiter-Samariter-Jugend
  • das Jugendrotkreuz
  • die Sportjugend
  • den Bund der Deutschen Katholischen Jugend Vorpommern
  • die Katholische Jugend Mecklenburg
  • den Pfadfinderbund
  • den Kreisjugendring Müritz
  • die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend
  • und das Netzwerk für Demokratie und Courage


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[1] Quelle: Datenbank des Deutschen Bundesjugendringes zu den Jugendleiter/-innen mit einer Juleica (Stand September 2008); zusammengestellt und berechnet von der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik – http://www.juleica.de/uploads/media/Juleica_Statistik2008_01.pdf

[2] Davon wurde 113 Juleicas online bearbeitet

[3] Quelle: Datenbank des Deutschen Bundesjugendringes zu den Jugendleiter/-innen mit einer Juleica (Stand September 2008); zusammengestellt und berechnet von der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik – http://www.juleica.de/uploads/media/Juleica_Statistik2008_01.pdf