„Schutz vor Corona: Recht auf Abstand für Flüchtlinge in M-V!“

07.04.2020

Der Vorstand des Landesjugendrings M-V empfiehlt, folgende Petition zu unterzeichnen und bekannt zu machen: „Schutz vor Corona: Recht auf Abstand für Flüchtlinge in M-V!“

Gefordert wird aus Gründen des Infektionsschutzes, die Massenunterbringung auf engen Raum in den Erstaufnahmeeinrichtungen auszusetzen. Stattdessen sollen die Geflüchteten auf kommunale Gemeinschaftsunterkünfte (GU’s) verteilt werden, wo mehr Platz und eine bessere Versorgung gewährleistet ist. Geflüchtete, die zur Corona-Risikogruppe gehören, sollen dezentral untergebracht werden. Dies soll auch die Kinder der betroffenen Personen einschließen, sodass keine Trennung von den Eltern erfolgt. Dabei ist zu betonen, dass das Jugendherbergswerk M-V und Kirchgemeinden viele derzeit leerstehende Unterbringungsmöglichkeiten für diesen Zweck angeboten haben. Auch ggf. notwendige Quarantäne-Maßnahmen können so gewährleistet werden. Die Politik hat auf diese Angebote noch nicht reagiert. Information und Begleitung der Menschen müssen dabei durch die landesweit vorhandenen Strukturen gewährleistet werden (Personal der Gu’s, Integrationslots*innen etc.). Insbesondere sind verlässliche Informationen in allen relevanten Sprachen so bereitzustellen, dass sie von den Asylsuchenden zur Kenntnis genommen werden können. Der Landesjugendring M-V fordert zudem, dass die Belange von geflüchteten Kindern und Jugendlichen und das Kindeswohl in dieser Situation besonders berücksichtigt werden. Trotz der Kontaktbeschränkungen müssen die Kinder, Jugendlichen und Familien pädagogische Unterstützung erhalten. Dabei ist in dieser Situation auch die Ausgabe von Tablets und die Nutzung anderer digitaler Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Geflüchtete in der Erstaufnahme haben kaum Zugang zu Bildung, da für sie in M-V die Schulpflicht bspw. nicht gilt. Hinzu kommen mangelnde Möglichkeiten, um an digitalen Bildungsangeboten teilzuhaben und sprachliche Barrieren vieler Eltern, die ein eigenständiges Bearbeiten von Schulaufgaben zuhause erschweren. Geflüchtete Kinder und Jugendliche sind daher aktuell besonders benachteiligt. Darüber hinaus müssen Mitarbeitende von Geflüchtetenunterkünften als systemrelevant anerkannt werden. Derzeit sind sie beispielsweise von der Kindernotbetreuung ausgeschlossen, was die Anzahl an verfügbaren Mitarbeitenden verknappt.

https://weact.campact.de/petitions/schutz-vor-corona-recht-auf-abstand-fur-fluchtlinge-in-m-v