Der LJR M-V gedenkt Oury Jalloh

07.01.2021

Vor 16 Jahren verbrannte Oury Jalloh im Polizeigewahrsam in Dessau unter immer noch nicht aufgeklärten Umständen. Gerade heute gedenken wir Mitglieder des Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e.V. seiner umso mehr, da wir mit zunehmender Sorge sehen, dass Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Extremismus immer noch einen Platz in Deutschland haben.

„Vor 16 Jahren verbrannte Oury Jalloh im Polizeigewahrsam in Dessau unter immer noch nicht aufgeklärten Umständen. Gerade heute gedenken wir Mitglieder des Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e.V. seiner umso mehr, da wir mit zunehmender Sorge sehen, dass Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Extremismus immer noch einen Platz in Deutschland haben. Wir stehen als Landesjugendverbände und Stadt- und Kreisjugendringe in Mecklenburg-Vorpommern seit 30 Jahren fest geeint und Seite an Seite gegen jede Form von Rassismus, Fremden- und Menschenfeindlichkeit und Extremismus in unserem Land!“ 

(Markus von Jan, Vorstandsmitglied des LJR M-V) 

Am 07.01.2005 starb Oury Jalloh in der Zelle Nr.5 in einem Dessauer Polizeirevier. Gefesselt an Händen und Füßen habe er sich selbst angezündet, behaupten die damals diensthabenden Polizeibeamten. Bis jetzt wurde der Fall, trotz mehrerer Anläufe und zwei Gerichtsverfahren, gegen zwei Polizisten nicht vollumfänglich aufgeklärt. 

Eine Initiative zum Gedenken an Oury Jalloh (https://initiativeouryjalloh.wordpress.com/) kämpft bis heute dafür, dass der Fall wieder aufgenommen und die Umstände des Todes von Oury Jalloh aufgeklärt werden. Anlässlich des 16. Gedenktages ruft die Initiative deutschlandweit und international zu einem dezentralen Gedenken auf.  Mit lokalen, selbst organisierten Aktionen soll unter #WeNeverForgetOuryJalloh gemeinsam Oury Jalloh und allen Opfern rassistischer Gewalt in Deutschland, Europa und der ganzen Welt gedacht werden. Ab 15:00 Uhr wird es eine Kundgebung vor dem Polizeirevier in der Wolfgang-Straße 25 in Dessau geben. Die Kundgebung kann via Livestream (https://www.twitch.tv/daswarmord) verfolgt werden. Die Initiative bittet Teilnehmer:innen der Kundgebung die Corona-Regeln einzuhalten. 

 Die Autorin Margot Overath verfolgt den Fall seit über einem Jahrzehnt und hat zahlreiche Akten studiert sowie Zeugen, Polizisten, Staatsanwälte, Brandexperten, Rechtsmediziner und Kriminologen befragt. Die Ergebnisse ihrer Recherchen zeichnen ein Bild von Polizeigewalt gepaart mit offenen Alltagsrassismus und gewaltbereitem Rechtsradikalismus. In einem fünfteiligen Podcast, der in der Reihe „WDR 5 Tiefenblick“ veröffentlicht worden ist, hat Margot Overath ihre Rechercheergebnisse dokumentiert (https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/tiefenblick/polizei-dessau-oury-jalloh-100.html). 

Gedenktag Oury Jalloh