Designelement des LJR

Ergebnisse bei #jfn19 – Jugend fragt nach

Schlossvignette, verzerrt mit Schriftzug: Das Chaos kommt zurück

Vom 03. bis 05. Juni 2019 trafen sich ca. 50 Jugendliche aus Mecklenburg-Vorpommern im Landtag MV. Sie brachten ihre Ideen für ein zukunftsfähiges, jugendgerechtes MV mit und entwickelten sie gemeinsam weiter. Dabei griffen sie auch auf die Ergebnisse von Jugend im Landtag 2018 sowie auf Themenvorschläge von Jugendlichen des Vorbereitungsteams zurück. Am Dienstag (04.06.) diskutierten sie mit insgesamt 13 Abgeordneten die Ergebnisse ihrer Workshops. Zu einzelnen Themen wurden Verabredungen getroffen, um an den Themen dran zu bleiben.

Mit den Jugendlichen in den Dialog getreten sind am 04.06. bei Jfn19:

  • SPD: Martina Tegtmeier, Philipp da Cunha, Elisabeth Aßmann, Ralf Mucha
  • CDU: Franz Robert Liskow, Marc Reinhardt, Sebastian Ehlers,
  • DIE LINKE: Torsten Koplin, Dr. Mignon Schwenke, Simone Oldenburg
  • AfD: Dr. Ralf Weber, Thomas de Jesus Fernandes, Jens-Holger Schneider


Workshop „Schule der Zukunft“

1.) Unser Ziel: Entlastung der Schülerinnen und Schüler

  • Die Inhalte der Lehrpläne werden auf ihre Relevanz überprüft um überholtes und zu spezifisches Wissen zu streichen. Es wird durch lebenspraktische Themen, wie Bewerbungen schreiben, Wäsche waschen, Steuererklärung machen und Umweltschutz ersetzt. Die Kinder und Jugendlichen werden in diesen Prozess maßgeblich miteinbezogen.
  • Die zu vermittelnden Inhalte müssen einen sinnvollen Praxisbezug zur Zukunft der Jugendlichen aufweisen.
  • Kindern und Jugendlichen wird eine frühzeitige Spezialisierung auf bestimmte Themenfelder ermöglicht, um sie von anderen Lerninhalten zu entlasten.
  • Das Abitur wird auf 13 Jahre verlängert, ohne dass mehr Stoff hinzukommt. Die zusätzliche Zeit dient der intensiven Aneignung, Übung und Festigung des vorhandenen Stoffes.
  • Die Schulen werden flächendeckend mit aktueller Technik ausgestattet.
  • Schulbücher werden regelmäßig aktualisiert und nach Möglichkeit auch digital zu Verfügung gestellt.

2.) Unser Ziel: Umfassende Digitalisierung des Schulgeschehens

  • Schulische Abläufe werden mehr und mehr digitalisiert. Beispiele dafür können Apps wie „it’s learning“ oder „Haleo“ sein. Über diese lässt sich auf Vertretungspläne, Hausaufgaben, Zensurenlisten, Schulbücher und weiteres zugreifen.
  • Wichtig ist dabei, dass Schüler und Schülerinnen das Recht haben, diese App auf ihrem eigenen mobilen Endgerät zu nutzen. Familien, die finanziell nicht in der Lage sind, ein entsprechendes Smartphone, Tablett o.ä. anzuschaffen, bekommen von den Schulen Geräte gestellt.
  • Ab der dritten Klasse wird in der Schule mit Medienbildung begonnen. Schülerinnen und Schüler lernen den verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet, Social Media und kennen die damit verbundenen Gefahren.
  • Lehrkräfte werden entsprechend weitergebildet.
Verabredung:
Am 5.6. wird das Anliegen der Jugendlichen im Bildungsausschuss angesprochen. Anfang Oktober erinnern die Jugendlichen des Workshop „Schule der Zukunft“ die beteiligten Politiker und Politikerinnen an den gemeinsamen Austausch und das Anliegen. Ab Januar werden die Themen Digitalisierung und Medienbildung im Bildungsausschuss vertieft diskutiert. Die Jugendlichen werden per Mail über neue Entwicklungen informiert.

3.) Unser Ziel: Barrierefreie Schulen

  • Die Schulgebäude werden baulich an die Bedarfe beeinträchtigter Schüler und Schülerinnen angepasst um deren reibungslose Teilhabe am schulischen Leben und die Umsetzung ihres Rechts auf Inklusion zu garantieren.



Workshop "Nachhaltiges MV"

1.) Unser Ziel: Klima-Bildung

  • Das Klimabewusstsein in der Bevölkerung soll geschaffen bzw. gestärkt werden.
  • In der Schule soll Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe verstanden und vermittelt werden. Es soll fächerübergreifend in die Lehrpläne aufgenommen werden.
  • Außerdem soll Klimaschutzbildung und Bildung für Nachhaltigkeit in der Lehrer*innenaus- und -fortbildung aufgenommen werden.
  • NGOS, die zur (Erwachsenen-)Bildung für Nachhaltigkeit beitragen, sollen grundsätzlich gefördert werden. Außerdem fordern wir eine transparente Aufklärung der Bevölkerung über den ökologischen Fußabdruck des Landes, insbesondere von durch das Land mitverantworteten bestehenden und geplanten fossilen Großprojekten, z. B. Nord Stream II.
Verabredung:
Im Bildungsausschuss wird bis Jahresende ein Antrag gestellt, der beinhaltet, dass Nachhaltigkeit in die Lehrpläne aufgenommen werden soll.


2.) Klimafreundliche Mobilität

  • Insgesamt halten wir die Entwicklung eines emissionsfreien und ökologischen Ausbaus des Nahverkehrs für sehr wichtig. Dies setzt jedoch die ökologische Entwicklung der E-Mobilität (Batterien und Ökostromproduktion bei E-Fahrzeugen) voraus.
Verabredung:
Jugendliche und Abgeordnete denken kommunal gemeinsam weiter über die Entwicklung des Nahverkehrs und alternative Mobilitätsformen.
  • Allgemein fordern wir landesweit ein gut ausgebautes und sicheres Radwegenetz. Dafür benötigen die Kommunen mehr Finanzierung der Radwege durch das Land. Radwege sollten zur Pflichtaufgabe der Kommunen werden, aber dafür brauchen sie eine entsprechende finanzielle Ausstattung. Es muss ein Kommunen übergreifendes Radwegenetz ausgebaut werden.
Verabredung:
Wir wollen uns an Radentscheiden - so wie in anderen Bundesländern - für eine bessere Radinfrastruktur in MV beteiligen.
  • Es soll ein kostenloses Schüler*innenticket in MV eingeführt werden, um jungen Menschen freien Zugang zum ÖPNV zu ermöglichen.
Verabredung:
Es wird ein Prüfauftrag gestellt, ob ein kostenloser Nahverkehrs für Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern realisierbar ist.
  • Überall fordern wir geeignete Maßnahmen um die Autopräsenz zu Gunsten von Fahrrad- und Fußgängerverkehr in Innenstädten zu verringern. Wir halten Kampagnen für notwendig, um das Auto in der Statushierarchie weiter nach unten rücken zu lassen.
  • Um das Mitfahren (trampen und car-sharing) sicherer und attraktiver zu gestalten, fordern wir die finanzielle Unterstützung für öffentliche Mitfahrstellen (Trampstellen) und sichere Registrierungssysteme sowie Kampagnen für das Mitfahren und Car-sharing.


3.) Ressourcenverbrauch reduzieren

  • Wir fordern Mülltrennung in allen öffentlichen Gebäuden durch die Ausstattung mit entsprechenden Behältern.
Verabredung: Abgeordnete sprechen dies in ihren Gemeinden sowie beim Städte- und Gemeindetag und beim Landkreistag an. Sie prüfen, ob man dafür Anreize durch Fördermittel setzen kann.
  • Wir fordern Maßnahmen zur Vermeidung von Plastikmüll im Einzelhandel. Dazu gehören das Verbot von Plastiktüten und die Einführung von Pfandsystemen anstelle von Einwegmaterial.


4.) Ökologische Landwirtschaft

  • Wir fordern den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft, indem diese Betriebe mehr finanziell gefördert werden. Wir wollen, dass Massentierhaltung verboten und Fleisch höher besteuert wird um den Fleischkonsum zu reduzieren.
  • Wir fordern die finanzielle Förderung von nachhaltigen, regionalen Wirtschaftskreisläufen.



Workshop "MV in Europa"

1. Brexit

  • Wir bitten die Präsidentin des Landtages, Frau Hesse, unseren Riesenbrief ebenfalls zu unterschreiben und ihn dann nach London an das britische Unterhaus zu schicken.Wir haben auch keine Kosten und Mühen gescheut und haben die Adresse schon in Erfahrung gebracht.

2. Wahlalter

  • Wenn ein deutscher 16 jähriger in Österreich wohnt, kann er mit 16 an den Wahlen zum EU-Parlament teilnehmen, aber wenn der gleiche 16 jährige in Deutschland lebt, darf er dies nicht. Wir fordern die Runtersetzung des aktiven und passiven Wahlalters auf 16 Jahre in ganz Europa für alle Wahlen.

3. politische Bildung über die Schule hinaus

  • In der EU passieren viele Dinge, die oft sehr komplex sind. Um diese Prozesse nachvollziehbar darstellen zu können und den Bürger*innen von Mecklenburg –Vorpommern die europäische Union näherzubringen, muss die Europaabteilung des Innenministeriums aufgestockt werden, damit diese die Menschen im ganzen Land informieren kann.


4. politische Bildung bei Heranwachsenden

  • Die Bildung über die europäischen Institutionen und ihre aktuellen Themen muss im Leben von Heranwachsenden eine größere Rolle spielen als bisher. Dafür kann es zum Beispiel in Schulen und andern Bildungseinrichtungen Projekttage oder Projektwochen geben, bei denen auch in den Mittelpunkt gestellt werden soll, wie sich junge Menschen an Europa beteiligen können. Außerdem ist die Stärkung von Partnerschulprojekten ebenfalls ein schönes Beispiel um Europa zu erleben.
Verabredung:
Es wird eine Arbeitsgruppe Politische Bildung zum Thema EU“ eingesetzt, bei der Jugendliche mit einbezogen sein sollen. Antonia ist dafür Ansprechpartnerin als Vertreter*in der Teilnehmer*innen von Jugend fragt nach 2019.

5. Pflegenotstand

  • Wir denken, dass die Pflegeberufe in Europa eine größere Anerkennung in der Gesellschaft brauchen. Deswegen fordern wir die Erhöhung des Lohnes auf 125% in Vergleich zum Durchschnittslohn des Staates.

6. Altersarmut

  • Wir fordern für die Bürger*innen eine unbürokratische Lösung für ein Leben ohne Altersarmut.

7. Europa erleben

  • Wir wollen Europa aktiv erleben und gestalten. Dafür ist es notwendig, dass jede Schule, jeder Verein usw. im Land die Möglichkeit dazu hat, an Projekten zum Thema Europa teilzunehmen. Dafür ist eine größere und bessere Öffentlichkeitsarbeit notwendig. Außerdem fordern wir, dass Förderprogramme, wie Erasmus, eine Co-Finanzierung vom Land erhalten.



Weitere Informationen:

#jfn19 hatte eine originelle Präsentationsform der Workshop-Ergebnisse gewählt: Die Papphocker-Präsentation.
#jfn19 hatte eine originelle Präsentationsform der Workshop-Ergebnisse gewählt: Die Papphocker-Präsentation.

+49 385 76076-0
info@ljrmv.de
Landesjugendring M-V e. V.
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